Olivia saß, die Hände so fest um die Kaffeetasse gepreßt, daß die Knöchel weiß hervorstanden, und starrte ins Leere. Ich habe versagt! Ich habe versagt! Ich habe versagt! hämmerte es in ihrem Kopf. Sie hatte danebengestanden, als ein Mensch durch Zyankali ums Leben gekommen war, und an etwas völlig anderes gedacht, obwohl sie der einzige Mensch gewesen war, der von der fürchterlichen Gefahr wußte. Außer dem Mörder natürlich. Ihn gab es wirklich. Das war jetzt einwandfrei erwiesen, ebenso seine Methode. Nur das Opfer war durch irgendeinen Zufall das falsche. "Kind, Sie sehen ja entsetzlich aus! Sie haben gehört, was Kommissar Taylor zu berichten hatte? Ja?" Die alte Dame nahm die Karaffe und zwei Gläser von dem halbrunden Wandtisch rechts neben dem Durchgang und kam zum Eßtisch. "Ein Brandy wird uns beiden jetzt gut tun!"Olivia schaffte es mit äußerster Disziplin, ihre Haltung zu wahren und die Tasse ruhig abzusetzen. Als sie mit dem Glas in der Hand Lady Gaynesford anschaute, war sie ehrlich überrascht, wie ruhig diese dasaß. Man konnte meinen, sie habe das Frühstück überhaupt nicht unterbrochen
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aus "
Greystone Manor"
von
Gerda M. Neumann (Autor)